superstition (james w. robertson, usa 1982)

Veröffentlicht: Oktober 26, 2010 in Film
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Weil sich in einem alten verlassenen Haus, auf dessen Grundstück vor Jahrhunderten eine Hexenhinrichtung stattgefunden hat, regelmäßig rätselhafte Unfälle ereignen, erteilt der zuständige Polizist Sturgess (Albert Salmi) dem jungen Reverend Thompson (James Houghton), zu dessen Gemeinde das Haus gehört, den Auftrag, das Haus zu sanieren und wieder bewohnbar zu machen. Wenige Wochen später zieht bereits die Familie um den alkoholkranken Kirchenmann George Leahy (Larry Pennell) dort ein und muss sich in der Folge mit einem rachsüchtigen Geist herumplagen …

Dass sich aus dieser wenig spektakulären und vorhersehbaren Geschichte durchaus ein ansprechender Horrorfilm machen lässt, beweist Regisseur Thompson mit seinem höchst pragmatischen Ansatz. Sein SUPERSTITION macht nicht viel Federlesen, sondern begibt sich sogleich ans Eingemachte, hält auch im weiteren Verlauf stets das hohe Anfangstempo und hechelt von einem Splattereffekt zur nächsten Suspenseszene, ganz so, als hätte der Regisseur noch einen dringenden Termin und infolge keine Zeit für große Experimente gehabt. Als atmosphärischer Gruselfilm funktioniert SUPERSTITION dann auch überhaupt nicht, zumal die Figuren bei diesem inszenatorischen Schweinsgalopp arg ins Hintertreffen geraten und allesamt leere Schablonen bleiben müssen, die einem allenfalls qua Konvention leichte Gefühlsregungen abringen. Doch fällt das irgendwie nicht wirklich ins Gewicht, weil einfach ständig was passiert und das dann auch noch ziemlich ansprechend aussieht. Man sieht SUPERSTITION an, dass das Produzententraumpaar Kassar und Vajna, das unmittelbar nach SUPERSTITION mit FIRST BLOOD einen absoluten Megahit produzieren sollten (dem danach noch zahlreiche weitere folgten), sichtbar gutes Geld investiert hatte und offensichtlich großen Wert darauf legte, dass man jeden einzelnen Cent dieses Geldes auf der Leinwand sehen könne. Die technische Seite des Films ist, wenn auch nicht besonders überwältigend, von genau jener sauberen Routine geprägt, die man hinter dem Begriff der „unsichtbaren Regie“ versteckt, die Effekte sind herausragend (vor allem der Kopf in der Mikrowelle ist herzallerliebst) und die Darsteller machen das Beste aus ihrer etwas undankbaren Aufgabe. Das mag jetzt alles nicht nach dem ganz großen Lob klingen und SUPERSTITION ist auch nicht unbedingt der Film, der solche Begeisterungsstürme rechtfertigte: Dafür ist er dann doch ein bisschen zu unspektakulär und unoriginell. Aber weil Thompson über diese Defizite bestens aufgeklärt zu sein scheint und sie offensiv angreift, entgeht er dem traurigen Schicksal so vieler strunzlangweiliger Durchschnittsgrusler, die sich selbst zu ernst nehmen, obwohl sie doch nur generische Dutzendware sind. Er inszeniert SUPERSTITION mit der wilden Entschlossenheit eines Actionregisseurs, der sein Publikum nicht leise kitzeln, sondern 90 Minuten lang in den Sitz drücken will – und gewinnt. Die knapp 85 Minuten von SUPERSTITION mögen nicht besonders nachhaltig sein, aber, boy, sie machen einen Heidenspaß, solang es dauert. Wer sich hier auch nur eine Minute langweilt, leidet garantiert unter ADS.

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