american ninja 5 (bobby gene leonard, usa 1993)

Veröffentlicht: August 4, 2010 in Film
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Oh nein! Was ist nur aus der AMERICAN NINJA-Reihe geworden, die doch zum Schönsten zählte, was die Cannon präpubertierenden Jungs in den Achtzigern geschenkt hatte? Na gut, nach Teil 2 ging es schon ein bisschen bergab, aber wenn man seine Action blöd und bunt mag, dann gehören auch die Teile 3 und 4 noch zum Allerbesten, was der Ninjafilm zu bieten hat. „Blöd“ und „Bunt“ ist auch Teil 5 noch und von beidem nicht zu knapp, aber leider eher auf die unangenehme Art und Weise. Wer auch immer es für eine gute Idee gehalten hat, mit dem neusten (und dann auch endgültig letzten) Sequel den Kinderfilmmarkt zu erobern, der wird mit dem Blick auf die IMDb-Seite seines Films bis in die Ewigkeit daran erinnert werden, was für ein Idiot er gewesen ist. Dort ist das Scheitern nämlich in greifbare Zahlen gegossen, an denen es nur wenig zu rütteln gibt: Mit einem sensationellen Durchschnittswert von 2,2 Punkten hat sich AMERICAN NINJA 5  den hochverdienten Titel des vierundsiebzigstschlechtesten Filmes aller Zeiten erarbeitet.

Wie lässt sich diese Platzierung aufschlüsseln? Ein Versuch:

  1. David Bradley ist David Bradley ist Joe Kastle. Er trägt mit Vorliebe hässliche Fitnessklamotten und lässige Kapuzenblousons, tritt hier viel zu wenig Ärsche und bringt kaum jemanden um, entschärft zur Wiedergutmachung aber eine Bombe, indem er Wasser drübergießt.
  2. Er verliebt sich außerdem in eine dummdreiste Ische, und, noch viel unglaublicher: diese sich in ihn! (Natürlich wird sie sofort entführt.)
  3. Weil das noch nicht reicht, freundet sich Joe auch noch mit einem Jungen an. Es folgen die üblichen unerträglichen Neckereien und klugen Sprüche, bevor er
  4. dem Jungen innerhalb von lausigen 5 Filmminuten Ninjitsu beibringt. Es sei ergänzt, dass 3 von diesen 5 Minuten mit Meditieren vergeudet werden und die restlichen 2 im Posen bei Sonnenuntergang bestehen. Was soll das für eine Kampfkunst sein? Ach ja, ich vergaß. Eine, die auch Michael Dudikoff beherrschen können muss.
  5. Der Junge: Er rennt den ganzen Film über mit augenbetäubendem Miami-Dolphins-Merchandising herum und leidet unter dem Syndrom das pubertierende Jungs ereilt, die zu schnell wachsen: Er hat seinen Körper und seine Gesichtszüge einfach nicht unter Kontrolle, sieht aus wie ein menschgewordener Morphingeffekt. Und nervt, nervt, nervt!
  6. Der Onkel des Jungen ist der Meister von Joe. Gespielt wird er von Pat Morita, der wohl sehr genau weiß, was es mit positivem Rassismus auf sich hat.
  7. Der Böse hat einen Wissenschaftler gekidnappt, der für ihn ein unschädliches Pestizid entwickeln soll. Das gelingt, aber nur, sofern es in der richtigen Dosierung verwendet wird. Nimmt man zuviel davon, tötet es alles. Das muss wahrlich der dümmste Wissenschaftler der Welt sein.
  8. Apropos: In solchen Filme heißt es immer nur „Scientist“. Ist eh alles das Gleiche.
  9. Die Henchmen des Bösen sind ein effeminierter Glatzkopf mit Schnäuz und ein tuckiger Langhaar-Japaner mit Cape namens Viper. Bevorzugte Fortbewegungsart des Letzteren: In Rauchwolken erscheinen bzw. verpuffen. Blähungen?
  10. Als Leibgarde hält der Oberböse sich ein Armee von muskulösen Bademeistern. Jedenfalls lassen die weißen T-Shirts, Shorts, Sneakers und Kniestrümpfe (!) auf eine solche Berufung schließen.
  11. Die Ninjas sind hier schwarz, grün, blau und violett. Im Teil davor gab es noch gelbe und rote. Sind das unterschiedliche Moden? Hierarchien? Vielleicht treffen sich die Ninja abends und singen: „Viele, viele bunte Ninjas/So rot, so grün, so blau/sind Ninjas eine Schau/der Spaß wird riesengroß/denn mit Ninjas ist was los“.
  12. Der Film dauert rund 100 überambitionierte Minuten, die sich genauso anfühlen.
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Kommentare
  1. Doc Savage sagt:

    Mensch, hier werden immer Schinken ausgepackt… jedes Mal aufs neue eine wahre Freude! 🙂

    LG
    Doc

  2. Oliver sagt:

    In diesem Fall war dann des einen Freud des andern (= mein) Leid. Trotzdem überaus gern geschehen! 🙂

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