frankenhooker (frank henenlotter, usa 1990)

Veröffentlicht: Oktober 15, 2010 in Film
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Durch einen bizarren Rasenmäherunfall verliert die zukünftige Ehefrau des Elektrikers und Hobbychirurgen Jeffrey Franken (James Lorinz) ihr Leben. Der ist untröstlich und plant, seine Geliebte, von der er einige Körperteile retten konnte, wieder zusammenzusetzen und zu reanimieren. Doch dafür benötigt er zunächst die noch fehlenden Teile. Und weil er kein Kostverächter ist, sucht er die auf dem Straßenstrich …

FRANKENHOOKER markiert, im selben Jahr wie BASKET CASE 2 entstanden, eine Rückkehr Henenlotters zum Schmuddelkino, das er mit BASKET CASE so gelungen bereicherte. Gegenüber dem Sequel seines Debüts, das sich aller Henenlotterismen zum Trotz doch recht nahtlos ins Horrorkino seiner Zeit eingliedern lässt, ist hier alles wieder eine Nummer kleiner und schräger. Die Reichweite des Witzes seiner FRANKENSTEIN-Verballhornung wird weitestgehend durch das Wortspiel des Titels definiert: Wie wäre es, wenn der Mad Scientist – der sich die Kunst der Chirurgie autodidaktisch angeeignet hat – sein Monster aus Teilen von Freudenmädchen zusammenbauen würde?

FRANKENHOOKER verzichtet auf jeden auflockernden Subplot und auf Nebenfiguren. James Lorinz kommt die Aufgabe zu, den Film ganz allein zu tragen: Im Stile eines Alleinunterhalters monologisiert er im breitesten New-York-Slang, sprengt Prostituierte mit chemisch potenziertem Crack in die Luft, nachdem er deren beste Teile in einer Fleischbeschau markiert hat, bastelt seine Geliebte wieder neu zusammen, die danach als monströse Supernutte den Times Square unsicher macht, bevor er schließlich selbst als Opfer seiner Schöpfung endet und eine ungeahnte Wiederauferstehung erfährt. Anders als BRAIN DAMAGE, dem man auch unterstellen könnte, auf einem einzigen Kalauer zu basieren, wächst FRANKENHOOKER über diese Prämisse jedoch nie hinaus, begnügt sich vielmehr damit, diese konsequent auszureizen. Das funktioniert, weil der Film die Willkommensfreude mit seiner kurzen Spielzeit von 80 Minuten nie überbeansprucht, James Lorinz sich um Kopf und Kragen deliriert und Henenlotter im Vergnügungsviertel um den Times Square sichtlich in seinem Element ist. Ein großer Wurf ist ihm mit FRANKENHOOKER nicht gelungen, aber das war wohl auch nicht seine Intention. Stattdessen hat er einen durch und durch liebenswert-behämmerten Film gedreht, dessen Freude am aufrichtigen Trash jede inhaltliche Limitierung vergessen macht.

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