malatesta’s carnival of blood (christopher speeth, usa 1973)

Veröffentlicht: November 2, 2015 in Film
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MalaDie Blutkirmes von Malatesta heißt zwar so, weil der böse Magier seine zahlenden Kunden sprichwörtlich aussaugt und zu willenlosen Zombies macht, aber auch ohne dieses Wissen machte der Name Sinn. Die maroden Fahrgeschäfte üben wohl nur auf Lebensmüde echte Anziehungskraft aus und wer sich an vorstehenden rostigen Nägeln keine klaffenden Risswunden mit anschließender Blutvergiftung zuzieht, der darf sich angesichts heruntergekommener Fahrgeschäfte auf schmerzhafte Langeweile und handfeste Depressionen einstellen. Das dümmliche-biedere Ehepaar, das mit der hässlichen Tochter ausgerechnet den schimmeligen „Tunnel of Love“ für das karge Amüsement entert und prompt die Quittung dafür erhält, kann einem nur leid tun.

MALATESTA’S CARNIVAL OF BLOOD ist ziemlich knorke: Ultrabillig und schäbig, aber im Vergleich mit anderen Billighubern jener Zeit einigermaßen temporeich – die sparsame Laufzeit von 74 Minuten spielt ihm in die Karten -, war Speeths Film genau das richtige, um den Halloween-Abend ausklingen zu lassen. Wirklich aufmerksam habe ich das blutige Treiben nicht mehr verfolgt, aber das machte gar nichts. Die Story ist so doof, dass man nichts versäumt, wenn man mal kurz wegdämmert, und wird vom Regisseur auch ohne allzu große Illusionen hinsichtlich der Erwartung des Publikums abgespult, aber alle paar Minuten huscht einer von Malatestas grüngesichtigen Sklaven durchs Bild oder wird die Gulaschkanone angeworfen. Hervé Villechaize, der ein Jahr später in THE MAN WITH THE GOLDEN GUN zum bekanntesten Lilliputaner der Welt avancieren sollte, absolviert einen ausgedehnten Gastauftritt und der Höhepunkt des Streifens ist die Enthauptung in einer Achterbahn. Irgendwie hat das Teil etwas, eine eigentümliche Atmosphäre, die den Film besser macht, als er eigentlich sein dürfte und deren Ursprung sich nicht wirklich festnageln lässt. Eine hübsche Kuriosität, die Freunde des Bahnhofskinos mal ausspähen sollten. Es gibt sogar eine codefreie DVD, auf der der Film erstaunlich gut aussieht.

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