de la part des copains (terence young, belgien/frankreich/italien 1970)

Veröffentlicht: September 7, 2012 in Film
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Der Amerikaner Joe Martin (Charles Bronson), ein ehemaliger GI, hat sich unter neuem Namen ein neues Leben als Bootskapitän, Ehemann an der französischen Riviera aufgebaut, nachdem er vor Jahren bei der Flucht aus dem Armeeknast in einen Mord verwickelt worden war. Doch die Vergangenheit holt ihn ein, bringt ihn, seine Frau Fabienne (Liv Ullmann) und seine Stieftochter in Gefahr: Seine Kompagnons von einst (James Mason, Luigi Pistilli und Jean Topart) klopfen eines Abends an seine Tür und zwingen ihn dazu, ihm zu helfen …

Bevor Bronson in den Siebzigerjahren in den USA zum Weltstar avancierte, adelte er diverse Eurothriller mit seiner unvergleichlichen Präsenz. Und bevor Michael Winner (und später dann J. Lee Thompson) zu seinem persönlichen Hausregisseur wurde, sorgte der einstige James-Bond-Regisseur Terence Young dafür, dass Bronson nicht die Rollen ausgingen. Der erste der insgesamt drei gemeinsamen Filme war DE LA PART DES COPAINS (es folgten der Eurowestern SOLEIL ROUGE und der Gangsterfilm THE VALACHI PAPERS), ein kompakter kleiner Thriller, solide Spannungsware ohne Schnickschnack, gute Unterhaltung für 90 Minuten, aber auch nicht mehr. Es ist vor allem die Figurenkonstellation, die den ganz großen Nervenkitzel verhindert: James Mason ist als Anführer der Gangster mit seinem Anglerhütchen eine Spur zu onkelhaft und zivilisiert, als dass man ihm den eiskalten Killer abnähme, der eben jene Rolle für ihn übernehmende Jean Topart ist etwas zu offensichtlich mit dem Hintergedanken besetzt, genau dieses Manko auszumerzen, um Luft zur Entfaltung zu haben, und Bronson agiert auch unter Druck stets so souverän und cool, dass nie wirklich Zweifel daran aufkommen, wer am Ende als Sieger hervorgehen wird. So nimmt DE LA PART DES COPAINS vor allem wegen seiner beeindruckenden Erzählökonomie für sich ein: Der 90-Minüter ist so homogen und straff, dass er wie ein Kurzfilm wirkt. Vor der malerischen Urlaubskulisse entfaltet sich ein Spiel um Leben und Tod, das man beinahe als „entspannt“ bezeichnen muss. So wie Joe am Ende seine Familie wieder in die Arme schließen kann, wissend, dass das letzte offene dunkle Kapitel seines Lebens nun abgeschlossen ist, kann sich auch der Zuschauer wieder anderen Dingen zuwenden: DE LA PART DES COPAINS wird ihm nicht den Schlaf rauben. Ich hätte mir zwar etwas mehr Nachhaltigkeit gewünscht, aber ich komme trotzdem nicht ganz umhin, diese Mischung aus grundsolidem Handwerk und Bescheidenheit sehr sympathisch zu finden. Fast würde ich sagen „They don’t make it like this anymore“, aber ich will mich ja nicht mit 36 schon wie ein Rentner anhören …

 

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