mother machree (john ford, usa 1928)

Veröffentlicht: Dezember 11, 2015 in Film
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mother_machree_filmposterVon MOTHER MACHREE, Fords erstem Experiment mit dem Tonfilm (und einem ersten Statistenauftritt von John Wayne), ist leider weniger als die Hälfte erhalten: Nur drei der sieben Reels wurden bisher gefunden, was bedeutet, dass  von 75 Minuten etwa 28 zur Verfügung stehen, um sich ein Bild zu machen, das notgedrungen mehr als unvollständig ist.

Der Film beginnt wunderschön in einem (im Studio aufgebauten) irischen Dorf, wo die junge Mutter (Belle Bennett) ihren Gatten, einen Fischer, zur Arbeit verabschiedet. Nach einem heftigen Sturm erhält sie die Nachricht, dass er auf hoher See verunglückt ist, und wandert nach seiner Bestattung in die USA aus. Der Auftakt ist voller vom deutschen Expressionismus und Murnau beeinflusster, hochdramatischer, schattenreicher und stilisierter Bilder, die Irland zu einer Art mythenreichem Märchenland machen. Dass Mother Machree (was so viel heißt wie „Mutter mein Herz“) auf dem Weg zum Schiff einen Riesen (Victor McLaglen), einen Zwerg (Billy Platt) und einen Fiedler (Ted McNamara) trifft, die sie fortan begleiten, unterstreicht diesen Eindruck noch.In den USA angekommen, verdingt sich die mittellose Mutter zunächst auf der Kirmes als „Frau ohne Unterleib“, was Ford den ersten Anlass für echten Ton gibt: Zur Musikbegleitung gesellt sich die Geräuschkulisse des Jahrmarkts. Gegen Ende des Films intoniert der mittlerweile zum Mann gereifte Sohn der Protagonistin das Lied „Mother Machree“, was ebenfalls mittles „echtem“ Ton wiedergegeben wird.

Um sich einen einigermaßen belastbaren Eindruck von MOTHER MACHREE zu machen, reichen die genannten 28 Minuten natürlich bei Weitem nicht aus: Der Anfang scheint einigermaßen intakt, während der Jahrmarktsequenz endet das Fragment, eine Szene gegen Ende ist noch vorhanden, aber der Schluss fehlt wieder komplett. Was noch da ist, reicht aber immerhin aus, um  sich einen spektakulären Fund des vollständig erhaltenen Films zu wünschen. Wer weiß, was die Zukunft bringt.

 

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