hollywood cop (amir shervan, usa 1987)

Veröffentlicht: März 28, 2016 in Film
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hollywood-cop-movie-poster-1988-1020299590Mit SAMURAI COP hat Amir Shervan sich einen Namen unter Menschen gemacht, die Freude an grotesk vergeigten Billigfilmen mit miesen Darstellern und dusseligen Dialogen haben. Der Film hat sich in den letzten 20 Jahren einen solch legendären Ruf erworben, dass im vergangenen Jahr sogar ein Sequel produziert wurde. Dieses ist dem Vernehmen nach jedoch einer dieser kläglichen Kandidaten, deren Macher es sich auf die Fahnen geschrieben haben, einen besonders bescheuerten, „verrückten“ und ach so kultigen Spaßfilm zu machen, und die daher nur für Menschen goutierbar sind, die sich bevorzugt in alkohoisierten Horden vor dem heimischen Flachbildschirm versammeln, um mal so richtig abzulachen. Zur Strafe für solche Unsitte sollte man ihnen HOLLYWOOD COP vorsetzen, mit dem sich Shervan nicht gerade einen Gefallen getan hat, der als Folterinstrument aber durchaus einer snnvollen Bestimmung zugeführt werden kann.

Der Auftakt ist noch furios: Gangsterboss Feliciano – Jim Mitchum hat zwischen zwei Hangovers einen kleinen Film eingeschoben – beauftragt seine goons, einen kleinen Jungen zu entführen, dabei jedoch kein Aufsehen zu erregen und keinerlei Zeugen zu hinterlassen. Schnitt zu einem kleinen Häuschen auf dem Lande, dem Kind, das mit einer Ziege spielt, und besagten Ganoven, die sich ihre Strumpfmasken überziehen, mit Karacho und Gebrüll einen Berg hinunterrennen und sich beim folgenden Überfall alles andere als unauffällig benehmen. Es stellt sich heraus, dass das Kind der Sohn eines ehemaligen Partners von Feliciano ist, der diesen um einen Haufen Kohle betrogen hat und außerdem längst von der die Mama des Blags geschieden ist. Die muss nun ihren Ex-Mann auftreiben, um das Lösegeld von 6 Millionen Dollar zu berappen und angelt sich zu diesem Behufe den etwas an Matthias Reim erinnernden Bullen Turkey (David Goss). Sie suchen und finden ihn, kaufen das Kind frei, doch – ätsch – im Koffer war nur Falschgeld und die ganze Nummer geht von vorn los. Tja, und das ist eigentlich auch schon die ganze Geschichte, die Shervan gnadenlos auf 100 quälend lange Minuten auswalzt. Die Freude über doof in die Gegend guckende Knallchargen, hässliche Settings und dummdreiste Dialoge, damit verrate ich wohl kein Geheimnis, trägt leider nicht halb so lang.

Wer wissen will, warum der Film HOLLYWOOD COP heißt, dem sei gesagt, dass es sich bei dem Stadtteil von L.A. schlicht und ergreifend um den Arbeitsplatz Turkeys handelt. Der Film spielt jedoch nicht in Tinseltown, sondern in irgendwelchen heruntergekommenen Vorörtchen, die eher nach Boise, Iowa aussehen. Die Namen der Darsteller in den Credits sind in einem Anflug von Größenwahn in die Sterne auf dem Walk of Fame hineinmanipuliert, die Protagonistin latscht zu Beginn kurz hintereinander am Chinese Theater und zwei Murals mit Hollywoodstars vorbei, das war’s. Der Rest dieses Rohrkrepierers verströmt so viel Glamour wie ein Loch in einer schmutzigen Tennissocke.

 

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