io sto con gli ippopotami (italo zingarelli, italien 1979)

Veröffentlicht: März 11, 2011 in Film
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Irgendwo in Afrika: Tom (Bud Spencer), genannt „Nilpferd“, verdient sein Geld, indem er wohlhabende Geschäftsleute auf der Großwildjagd begleitet. Als sein Cousin, der Weltenbummler Slim (Terence Hill), genannt „Krokodil“, von einer seiner zahlreichen Reisen zurückkehrt, ist es jedoch vorbei mit dem einträglichen Geschäft. Der Tierfreund appelliert nicht nur an Toms Gewissen, er legt sich auch noch mit dem fiesen Geschäftemacher Ormond (Joe Bugner) an, der ein Vermögen mit dem Tierhandel macht und ein Eingeborenendorf plattwalzen will, um einen Hafen zu bauen.

Ich liebe diesen Film! Nach den beiden doch ziemlich albernen und formelhaften Vorgängern, I DUE SUPERPIEDI QUASI PIATTI und PARI E DISPARI, stellt IO STO CON GLI IPPOPOTAMI eine nicht mehr erwartete Rückkehr zur Form der Anfangstage des Duos dar. Das gelingt Zingarelli vor allem, indem er die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren wieder stärker in den Fokus rückt und zur Quelle des Humors macht, sie zudem in den Dienst der guten Sache stellt, anstatt sie auf eine mehr oder minder austauschbare Mission zu schicken. Spencer ist das zwar gutmütige, aber auch etwas bequeme Kind im Manne, das erst den Schubser von Hill benötigt, um seine Indifferenz abzulegen und sein Gewissen zu entdecken. Er ist großartig in diesem Film, kommt im Umfang beträchtlich angeschwollen vielleicht zum letzten Mal wirklich würdevoll rüber und wird von Arnold Marquis kongenial vertont. Die Szene, die ihn wahrscheinlich am besten charakterisiert, ist jene, in der er sich allein in seinem Bus fahrend dabei ertappt, wie er ein Lied pfeift, das sein verhasster Cousin auf der Mundharmonika zu spielen pflegt. Angewidert hört er sofort auf zu pfeifen, bevor ihn die Freude an der Melodie doch wieder packt und er nun mit voller Kraft erneut zu pfeifen beginnt. Hill hat dagegen die leichtere Rolle, darf wieder seine Intelligenz und Verschlagenheit ausspielen, um sowohl seinen Verwandten als auch die Schurken um Ormond hereinzulegen und zu manipulieren, kommt aber besser dabei weg als zuletzt, weil er eine echte Agenda verfolgt und auch einmal den Zorn Spencers zu spüren bekommt. Die Figuren des Films sind allesamt menschlicher als in den letzten Spencer&Hill-Filmen, die ganz auf die beiden Stars zugeschnitten und mithin von einer auffallenden Künstlichkeit waren. Diese genannte menschliche Wärme schlägt sich auch in der Farbgebung des Films nieder, der in warmen Erd- und Grüntönen gehalten ist und schlichtweg fantatstisch aussieht: Von den Settings bis hin zu den Kostümen stimmt hier einfach alles. Spencer&Hill-Enthusiasten werden vielleicht die geliebten Stuntmen und Nebendarsteller vermissen, die bisher in jedem Film der beiden zu sehen waren: Ich finde, dass gerade dieses Fehlen enorm viel frischen Wind in den Film bringt und Ormonds henchmen zudem schlicht phänomenal gecastet sind. Da fällt es kaum ins Gewicht, dass der mit seiner einleitenden Schrifteinblendung auf märchenhafte Epik abzielende Film gegen Ende auf Lebensgröße schrumpft: Ich war – Jahre nach der letzten Sichtung – überrascht von seiner Kompaktheit, hatte ich ihn doch als relativ ausufernd im Gedächtnis. Das ist er trotz seiner imposanten Kulisse überhaupt nicht: Für Spencer & Hill ist die Welt eben doch nur ein Dorf, aber das tut dem Vernügen aber keinen Abbruch; im Gegenteil. IO STO CON GLI IPPOPOTAMI ist einer der besten Filme der beiden und rangiert für mich derzeit hinter LO CHIAMAVANO TRINITÀ und PIÙ FORTE, RAGAZZI! gleichauf mit … CONTINUAVANO A CHIAMARLO TRINITÀ auf dem dritten Rang der internen Bestenliste.

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Kommentare
  1. Thomas Hemsley sagt:

    Das Essen. Der Casino-Besuch. Das „Armdrücken in der Luft“ (wie Spencer seinen Gegner dabei anguckt:-DDD Die wundervolle Szene, wenn sie die Tiere am Ende freilassen (schöne Musik). Ich müsste ein paar von den anderen mal wieder angucken, aber der hier ist auch bei mir in der Top 5 der Spencer/Hill-Filme. Ich stimme auch mit deinem ersten Platz überein (ich habe ihn tatsächlich mal in meiner absoluten top100 angeführt), bei den anderen beiden, müsste ich wie gesagt nochmal schauen (an zweiter Stelle, das war zu deutsch „Zwei Himmelhunde…“ – ich bin nicht so firm mit den Originaltiteln von italienischen Filmen;-)
    Grüße aus Kölle
    Thomas

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