l’isola degli uomini pesce (sergio martino, italien 1979)

Veröffentlicht: September 29, 2010 in Film
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Nach einem Schiffsunglück landet Lieutenant Claude de Ross (Claudio Cassinelli) mit einer Handvoll Überlebender auf einer Insel, die jedoch schon kurze Zeit später von merkwürdigen Fischmenschen dezimiert wird. Der zwielichtige Edmond Rackham (Richard Johnson), der die Insel gemeinsam mit der schönen Amanda (Barbara Bach) sowie einigen unter seinem Befehl stehenden Eingeborenen bewohnt, schweigt zunächst über den Ursprung der Kreaturen, doch de Ross bleibt hartnäckig: Es stellt sich heraus, dass Rackham das versunkene Atlantis entdeckt hat und mithilfe der Fischmenschen – den ehemaligen Einwohnern der vergangenen Zivilisation – hofft, gewaltige Reichtümer aus den Tiefen zu bergen. Bleibt nur die Frage, was es mit Amandas Vater, Prof. Ernest Mavin (Joseph Cotten) auf sich hat, der von Rackham gefangen gehalten wird …

Martinos L’ISOLA DEGLI UOMINI PESCE (deutscher Verleihtitel: DIE INSEL DER NEUEN MONSTER) orientiert sich unverkennbar an der zwei Jahre vorher entstandenen Wells-Verfilmung THE ISLAND OF DR. MOREAU: Eine hier wie dort stargespickte Besetzung tummelt sich auf einem nur auf den ersten Blick idyllischen Tropeneiland, die Inszenierung ist für italienische Verhältnisse erstaunlich gediegen und zurückhaltend und die Geschichte hat einen heute etwas betulich anmutenden Abenteuereinschlag, demgegenüber die Science-Fiction-Elemente eher in den Hintergrund gedrängt werden. Die moralphilosphischen Überlegungen, die Wells noch beschäftigten, sind hier bloßer Zierrat, in erster Linie geht es Martino um Schauwerte, die er dann auch liefert. Die Fischmenschen sind durchaus als gelungen zu bezeichnen, wenngleich sie an die Kreaturen aus Taylors Moreau-Film selbstverständlich nicht herankommen, die Unterwasserszenen um das versunkene Atlantis sind zwar etwas fadenscheinig, aber dennoch sehr atmosphärisch und liebevoll, und Settings wie auch die Besetzung lassen vermuten, dass Martino ein durchaus hübsches Sümmchen zur Realisierung des Films zur Verfügung stand. Dass L’ISOLA DEGLI UOMINI PESCE der große Erfolg trotzdem verwehrt bleibt, liegt vor allem darin begründet, dass die Auflösung um den Ursprung der Fischmenschen den Kenner des literarischen oder filmischen Vorbilds nur wenig überraschen kann, sich die Behutsamkeit, mit der der Film auf diese „Enthüllung“ zuläuft, damit als eher nachteilig erweist: L’ISOLA ist nach heutigen Maßstäben einfach ein bisschen zu langsam. Ich finde ihn dennnoch hochgradig sympathisch, weil er seine nun ziemlich depperte Geschichte nicht ironisch bricht, sondern ganz seriös erzählt und somit eindeutig auf ein Publikum abzielt, das bereit ist, das auf der Leinwand Gebotene für bare Münze zu nehmen und nicht ständig auf Realitätsnähe und Plausibilität abzuklopfen, sondern sich für 100 Minuten in eine Fantasiewelt entführen zu lassen. Filme dieser Art gibt es mittlerweile nicht mehr und L’ISOLA DEGLI UOMINI PESCE ist ein gutes Beispiel dafür, was wir damit verloren haben. Schön!

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